Die Eltern

Die Familie und die Kindheit waren eine wichtige Inspirationsquelle für Astrid. Besonders ihre Eltern, Samuel August Ericsson (1875 – 1969) und Hanna Jonsson (1879 – 1961). Sie heirateten 1905 und zwei Jahre später wurde Astrid geboren. Die Geschichte der Eltern kann man in Astrid Lindgrens Buch Das entschwundene Land nachlesen, das von den Schweden 1999 zur Liebesgeschichte des Jahrtausends gewählt wurde.

Die Eltern

Samuel August und Hanna sind liebevolle Eltern, die ihren vier Kindern zwei wichtige Voraussetzungen für eine glückliche Kindheit mitgeben – Geborgenheit und Freiheit.

Die Eltern

Drei Generationen Bauern auf Näs, Astrids Vater Samuel August, ihr Großvater Samuel, und auf seinem Schoß ihr Bruder Gunnar. Großvater Samuel war das Vorbild für den ”allerbesten Großvater der Welt” in den Bullerbü-Büchern. So wie ihr Bruder Gunnar das Vorbild für Lisas großen Bruder Lasse in den gleichen Büchern war.

Die Eltern

Samuel August überredet seine Eltern, sich als Pächter für den alten Pfarrhof Näs in Vimmerby zu bewerben. Mit den Jahren wird Samuel August ein angesehener Bauer und Ombudsmann genau wie Michel i Lönneberga.

Die Eltern

Hanna Jonsson schreibt in jungen Jahren Gedichte und würde gerne Lehrerin werden, aber sie geht nur sechs Jahre auf die Volksschule. Statt Lehrerin zu werden schultert sie die Rolle als Frau eines Landwirtes auf einem der größten Höfe im Verwaltungsbezirk Kalmar und liebevolle Mutter von vier Kindern.

Kindheit

Die Kindheit auf dem Hof in Näs Anfang des letzten Jahrhunderts war eine glückliche Zeit für Astrid. Die Eltern nahmen es nicht so genau mit einer verpassten Mahlzeit oder verschmutzten Kleidern. Spiele, die Freunde und die Natur nahmen einen wichtigen Platz in ihrem Leben ein, aber natürlich auch das Lesen und Bücher. Astrid selbst sagt von dieser Zeit: ”Und wir spielten und spielten und spielten, sodass es das reine Wunder ist, dass wir uns nicht totgespielt haben.” Auf dem Bild sind die Geschwister Stina, Gunnar und Astrid zu sehen.

Kindheit

Die erste Fotografie von Astrid und ihrem Bruder Gunnar.

Kindheit

Astrid und Gunnar zusammen mit ihren Spielkameraden Edit und Anne-Marie.

Kindheit

Schulzeugnis von der Vimmerby Volksschule.

Kindheit

Astrid meldet sich während einer Deutschstunde in der Vimmerby Realschule.

Elternhaus

1895 übernahmen Astrids Großeltern väterlicherseits die Pacht des Pfarrhofes in Näs und zogen in das rote Haus mit den weißen Eckbalken. Hier wuchs Astrid auf. Samuel August übernahm später die Pacht von seinem Vater und betrieb den Landwirtschaftsbetrieb beinahe ein halbes Jahrhundert, bis wiederum sein Sohn Gunnar die Verantwortung übernahm. In Verbindung mit der Auflösung der Landwirtschaft 1965 wurden die Tiere und Maschinen auf einer Auktion verkauft. Astrid und Gunnar kauften die Häuser und das angrenzende Land.

Elternhaus

Die Großfamilie auf Näs 1915, Samuel August, Hanna, die Kinder, so wie Knechte und Mägde.

Elternhaus

1971 beschließt die Gemeinde Vimmerby, unter Aufsicht der Feuerwehr, den Stall niederzubrennen, den Samuel August in den 20er Jahren bauen ließ. Der Stall war mit 105 Metern der ”längste im Verwaltungsbezirk Norra Kalmar”.

Elternhaus

Die Kammer auf Näs. In dem Bett neben dem Fenster wurde Astrid geboren. Und in diesem Zimmer spielten die Geschwister ”nicht den Boden berühren”, genau wie Pippi Langstrumpf.

Die Jugend

Ihre Kindheit hat Astrid als sehr glücklich in Erinnerung, aber die Erinnerungen an ihre Teenagerzeit waren trotz eines großen Freundeskreises nicht so positiv. ”Die Jugendzeit war war wie ein Zustand, ton- und leblos, ich war häufig melankolisch. Außerdem fand ich mich, wie die meisten Jugendlichen, hässlich, und ich war nie verliebt.” 1923 wird Astrid vom Gemeindepfarrer Höglander in Vimmerby konfirmiert. 1926 zieht sie nach Stockholm und macht eine Ausbildung als Stenographin und Maschinenschreiberin.

Die Jugend

Auf dem Konfirmationsfoto ist Astrid in der hinteren Reihe als Dritte von links zu sehen.

Die Jugend

1924, zum siebzehnten Geburtstag von Astrids bester Freundin Anne-Marie, auch Madicken (dt. Madita) genannt, machten ihr die Freundinnen als junge Kavaliere verkleidet die Aufwartung. Astrid ist ganz rechts auf dem Foto zu sehen.

Die Jugend

Im Herbst 1926 zieht Astrid in ein Zimmer in Östermalm. Hier sieht man sie zusammen mit ihrer Freundin Saga auf dem Nybrokajen in Stockholm.

Die Jugend

Freizeitunternehmungen sind in den 20er Jahren in Stockholm ein teures Vergnügen für eine Büroangestellte. Aber die Freunde arrangieren ab und zu Feste, wie diese Maskerade, wo Astrid ganz vorne mit Hut zu sehen ist.

Die erste Stelle

Bereits als 13-Jährige erscheint Astrids Aufsatz ”Das Leben auf unserem Hof” in der Vimmerby Tidning. Und als der Chefredakteur Reinhold Blomberg 1924 eine Volontärin für die Zeitung sucht, fragt er bei Samuel August an, ob Astrid vielleicht Interesse hätte. Anfangs schreibt sie noch kurze Artikel und Theaterrezensionen, sie liest Korrektur, beantwortet Anrufe, macht Botengänge und entwirft Anzeigentexte und Nachrufe. Aber schon nach kurzer Zeit wird sie mit dem Verfassen von Reportagen für die Zeitung betraut.

Die erste Stelle

Vimmerby Tidnings Redaktionsräume in der Storgatan mitten in Vimmerby.

Die erste Stelle

Astrids längste Reportage für die Vimmerby Tidning sind die Reisebriefe ”Vagabundenleben”. Zehn Tage wandern sie und fünf Freundinnen dreihundert Kilometer durchs nördliche Småland und Östergötland. Sie schließen die Reise mit einer Taxifahrt ab. Auf dem Foto ist Astrid als Nummer drei von links im Auto zu sehen.

Die erste Stelle

Chefredakteur Reinhold Blomberg stellte Astrid in seinem Empfehlungsschreiben ein gutes Zeugnis aus, als sie ihre Arbeit bei der Zeitung beendet.

Lars, das erste Kind

1926 bringt Astrid ihr erstes Kind zur Welt, Lars. Da sie mit seinem Vater, dem fast dreißig Jahre älteren Chefredakteur der Vimmerby tidning, keine Familie gründen will, verlässt sie Vimmerby und bringt ihr Kind in Kopenhagen zur Welt, in dem einzigen Krankenhaus im Norden, in dem man den Namen des Vaters nicht angeben muss. Lars verbringt die ersten drei Lebensjahre bei Pflegeeltern in Kopenhagen, während Astrid gezwungen ist, ihren Lebensunterhalt in Stockholm zu verdienen. 1930 kommt Lars zu Astrids Eltern nach Näs, wo er ein Jahr lebt, ehe Astrid ihn zu sich nach Stockholm holen kann. Lars wird später Ingenieur, gründet eine Familie und hat drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter.

Lars, das erste Kind

Die ersten drei Lebensjahre verbringt Lars bei einer Familie in Kopenhagen. Astrid besucht ihn dort (die Reise dauert 14 Stunden), so oft sie kann. 1930 nimmt sie Lars endgültig mit nach Schweden.

Lars, das erste Kind

Die ersten drei Lebensjahre verbringt Lars bei einer Familie in Kopenhagen. Astrid besucht ihn dort (die Reise dauert 14 Stunden), so oft sie kann. 1930 nimmt sie Lars endgültig mit nach Schweden.

Lars, das erste Kind

Während seiner ersten Jahre in Schweden verbringt Lars viel Zeit auf Näs. Bei seinem ersten Besuch in Vimmerby spricht er noch Dänisch, aber schon nach wenigen Monaten nur noch Småländisch.

Lars, das erste Kind

Während seiner ersten Jahre in Schweden verbringt Lars viel Zeit auf Näs. Bei seinem ersten Besuch in Vimmerby spricht er noch Dänisch, aber schon nach wenigen Monaten nur noch Småländisch.

Lars, das erste Kind

Im Frühjahr 1947 kann Astrid ihrem Sohn zum Abitur gratulieren. Hier sehen wir sie zu Hause in der Dalagatan.

Sture, der Ehemann

1928 arbeitet Astrid als Sekretärin im Königlichen Automobil-Club, wo sie ihren zukünftigen Ehemann, den Bürovorsteher Sture Lindgren, kennen lernt. Sie heiraten in Vimmerby und beziehen nach der Hochzeit eine Wohnung in der Vulcanusgatan, nicht weit von dem Zimmer entfernt, in dem Astrid mehrere Jahre zur Untermiete gewohnt hat. Astrid wird Hausfrau und genießt es, jeden Tag mit Lasse spielen zu können. Sture stirbt 1952 an einer inneren Blutung, nur 53 Jahre alt. Astrid heiratet nicht wieder.

Sture, der Ehemann

Bücher sind ihr gemeinsames Interesse.

Sture, der Ehemann

Die Hochzeit wird 1931 am Ostersamstag im Erdgeschoss des neuen Hauses auf Näs gefeiert.

Sture, der Ehemann

Durch Stures Postion als Büroleiter des Königlichen Automibil-Clubs und später als Geschäftsführer von Motormännens Riksförbund (Reichsverband der Kraftfahrer), sind Astrid und er viel auf Reisen. Hier sehen wir sie bei einer Essenseinladung mit Karl- Erik Hedner, dem Juristen des Kraftfahrerverbandes, und seiner Frau Brita.

Sture, der Ehemann

Astrid als Sekretärin beim internationalen Grand Prix-Rennen des Königl. Automobil- Clubs in Skåne 1933.

Karin, die Tochter

Am 21. Mai 1934 wird Karin geboren, Astrids und Stures Tochter. Astrid hat mit den zwei Kindern alle Hände voll zu tun. Karin erfindet übrigens den Namen Pippi Langstrumpf, als sie einmal krank das Bett hüten muss und ihrer Mutter in den Ohren liegt, ihr eine Geschichte zu erzählen.

Karin, die Tochter

Als Karin klein ist, verbringen sie viel Zeit im Vasapark. Hier lernt Astrid Alli Viridén kennen, die eine Tochter (Margareta) in Karins Alter hat. Alli und Astrid werden Freundinnen fürs Leben.

Karin, die Tochter

Die Sommer verbringen sie in Furusund mit Sonne und Baden.

Karin, die Tochter

Karin bleibt zu Hause wohnen, bis sie 1958 Carl Olof Nyman heiratet, aber die enge Beziehung zwischen Mutter und Tochter bricht niemals ab. Karin und Carl Olof bekommen vier Kinder zusammen, drei Jungen und ein Mädchen.

Karin, die Tochter

Karin bleibt zu Hause wohnen, bis sie 1958 Carl Olof Nyman heiratet, aber die enge Beziehung zwischen Mutter und Tochter bricht niemals ab. Karin und Carl Olof bekommen vier Kinder zusammen, drei Jungen und ein Mädchen.

Pippi Langstrumpf

Astrid erzählt ihrer kleinen Tochter Karin von einem Mädchen namens Pippi Langstrumpf. Und 1944, zu Karins 10. Geburtstag, hat Astrid die Idee, alle Geschichten von Pippi aufzuschreiben. Gesagt, getan. Während sie Karin das Original schenkt, schickt sie einen Durchschlag an das Verlagshaus Albert Bonniers. Sie schicken Astrid das Manuskript zurück, aber nun hat sie für sich entdeckt, wie viel Spaß ihr das Schreiben macht. Bald schon schreibt sie eine neue Geschichte, Britt-Mari erleichtert ihr Herz, mit der sie den zweiten Preis in einem von Rabén und Sjögren ausgeschriebenen Mädchenbuchwettbewerb gewinnt. 1944 gibt der Verlag Britt-Mari erleichtert ihr Herz heraus und ein Jahr später, 1945, Pippi Langstrumpf.

Pippi Langstrumpf

In Schweden sind Ingrid Vang Nymans Illustrationen ein Synonym für Pippi Langstrumpf.

Pippi Langstrumpf

In anderen Ländern bekommt Pippi ein anderes Aussehen, aber alle Darstellungen basieren auf Astrid Lindgrens ursprünglicher Idee von einem Mädchen mit roten Haaren und geflochtenen Zöpfen.

Pippi Langstrumpf

Das hier ist das Originalmanuskript von Pippi Langstrumpf, das Astrid ihrer Tochter Karin zum 10. Geburtstag geschenkt hat. Mit Astrids eigener Illustration von Pippi.

Pippi Langstrumpf

Sonja Melin war Karins Schulfreundin, und ihr Aussehen und die wilde Toberei bei einem Kindergeburtstag war eine wichtige Inspirationsquelle für Astrids Pippi Langstrumpf.

Astrid im Beruf

1946 tritt Astrid ihre Stelle als Kinderbuchlektorin im Verlag Rabén & Sjögren an, wo sie später Programmleiterin fürs Kinderbuch wird und bis 1970 bleibt. Um ihren Alltag als Mutter, Hausfrau, Lektorin und produktive Schriftstellerin zu bewältigen, schreibt sie ihre Geschichten früh morgens, noch im Bett liegend, in Stenografie, und geht nachmittags in den Verlag in der Tegnérgatan. Auf dem Foto sehen wir Astrid mit Hans Rabén bei dessen 60. Geburtstag.

Astrid im Beruf

Zusammen mit ihrer Kollegin Marianne Eriksson vor dem Verlagshaus, Mitte der Achtziger Jahre.

Astrid im Beruf

Die ersten Versionen eines Manuskriptes schrieb Astrid grundsätzlich in Stenografie, im Bett liegend.

Astrid im Beruf

An dieser Schreibmaschine, den Vasapark vor dem Fenster, schrieb Astrid ihre Manuskripte ins Reine.

Astrid im Beruf

Die Schreibmaschine und ihre Brille auf dem Schreibtisch.

Astrid im Beruf

1955 macht Astrid den Führerschein und kann jetzt selber mit dem Auto zwischen ihrer Wohnung in der Dalagatan und dem Sommerhaus in Furusund hin und her fahren. Da die Führerscheinprüfung zwei Tage vor Weihnachten stattfindet, scherzt sie mit dem Prüfer, dass er ihr den Führerschein ja wohl nicht verwehren kann - ”wo übermorgen doch Weihnachten ist” – was er auch nicht tut.

Wir Kinder aus Bullerbü

1946 schrieb Astrid Wir Kinder aus Bullerbü. Astrid sagt selber, dass sie die Umgebung aus Sevedstorp entlehnt hat, wo ihr Vater Samuel August aufgewachsen ist, aber die Geschichten, die die Kinder erleben, stammen aus dem Leben in Näs. Astrid sagt auch: ”Ich war wohl selbst ein Bullerbü- Kind, das kann man nicht anders sagen. Natürlich nicht ganz und gar, wie es in den Büchern steht – Schriftsteller lügen natürlich auch ein bisschen, sonst würde es ja nicht gehen – aber wir waren ein Gruppe von Kindern, die bis zum Umfallen gespielt haben.”

Wir Kinder aus Bullerbü

Der Hof Sevedstorp, wo Samuel August aufwuchs, ist das äußere Vorbild für Bullerbü. Dort wurde auch Lasse Hallströms Film über die Kinder in Bullerbü gedreht. Der Ort wird jedes Jahr von vielen tausend Touristen besucht.

Wir Kinder aus Bullerbü

Astrid zu Besuch in Sevedstorp.

Wir Kinder aus Bullerbü

Das Vorbild für den Großvater in den Bullerbü-Büchern ist Astrids eigener Großvater. Auf dieser Illustration von Ingrid Vang Nyman sitzt er unter dem Kirschbaum.

Wir Kinder aus Bullerbü

Die Kinder von Bullerbü, gezeichnet von Ingrid Vang Nyman.

Weltreisende

Astrid unternimmt viele Reisen ins Ausland. Manche mit ihrem Ehemann, andere alleine als Berichterstatterin, oder zusammen mit Anna Riwkin im Zusammenhang mit gemeinsamen Buchprojekten. Sie fliegt bereits 1948 nach Amerika, was zu der Zeit sehr exotisch war, wo man normalerweise mit den Dampfern der Schweden-Amerika-Linie reiste.

Weltreisende

1948 in Chicago, im Auftrag des Frauenmagazins Damernas Värld. Diese Reise resultierte in einer langen Reportageserie, die später ein Buch wurde, Kati in Amerika. Im Buch lässt sie Kati ausrufen: ”Ich stand am Fenster unseres Hotelzimmers und ich zitterte vor Aufregung".

Weltreisende

1948 in Chicago, im Auftrag des Frauenmagazins Damernas Värld. Diese Reise resultierte in einer langen Reportageserie, die später ein Buch wurde, Kati in Amerika. Im Buch lässt sie Kati ausrufen: ”Ich stand am Fenster unseres Hotelzimmers und ich zitterte vor Aufregung."

Weltreisende

Astrid mit den Mädchen aus dem Buch Randi aus Norwegen.

Weltreisende

Astrid in Mailand während einer von Stures vielen Geschäftsreisen ins Ausland.

Weltreisende

Verewigt von Anna Riwkin in Holland zusammen mit Charles Behrens, Illustrator und Produktionsökonom.

Mio, mein Mio

Astrid Lindgren hat meist Geschichten geschrieben, aber Mio, mein Mio, 1954 in Schweden erschienen, ist ein klassisches Märchen. Die Geschichte von Bo Vilhelm Olsson wurde vorab in einer kürzeren Version für eine Zeitung publiziert. Die Idee kam Astrid bei einem Spaziergang in Tegnérlunden, als sie einen kleinen Jungen auf einer Parkbank sitzen sah. Ihre Fantasie war angeregt und das Märchen von Mio nahm seinen Anfang. Ursprünglich war nicht mehr als dieses eine Kapitel geplant, aber nach einigen Jahren begann Astrid sich zu fragen, was wohl aus dem kleinen Jungen geworden war, und so schrieb sie ein ganzes Buch über ihn.

Mio, mein Mio

Astrid liebte die Spaziergänge im Vasaviertel. Eines Tages sah sie einen einsamen Jungen auf einer Bank in Tegnérlunden sitzen. Dieses Bild setzte ihre Fantasie in Gang und war der Keim für Mio, mein Mio.

Mio, mein Mio

1953 besuchte eine junge Illustratorin den Verlag Rabén & Sjögren, auf der Suche nach einem Auftrag. Ilon Wikland traf sich mit Astrid Lindgren und zeigte ihr ihre Zeichenmappe. ”Dieses Mädel könnte Märchen illustrieren”, dachte sich Astrid und beauftragte Ilon mit den Illustrationen zu Mio, mein Mio. Danach hat Ilon noch viele von Astrids Büchern illustriert.

Mio, mein Mio

Das ist ein Buch voller Kontraste, wir erleben helle und glückliche Momente, aber auch Finsternis und Schlechtigkeit. Was Ilon Wikland mit ihren Illustrationen auf wunderbare Weise einzufangen versteht.

Mio, mein Mio

Das ist ein Buch voller Kontraste, wir erleben helle und glückliche Momente, aber auch Finsternis und Schlechtigkeit. Was Ilon Wikland mit ihren Illustrationen auf wunderbare Weise einzufangen versteht.

Michel aus Lönneberga

Mit dem Buch Michel in der Suppenschüssel kehrt Astrid in das Småland ihres Vaters und ihrer Kindheit zurück. Und Michel war war sowohl Astrids Lieblingsfigur als auch die ihres Vaters. Sie selbst hat einmal gesagt: ”Michel, weißt du, ist genau das Småland meiner Kindheit, und ... die Figur hab ich so gern gehabt, dass ich geweint habe, als ich die letzten Zeilen schrieb.”

Michel aus Lönneberga

Das Milieu in den Michel-Büchern ist von Astrids Kindheit in Näs inspiriert. Hier sehen wir Linas Küchensofa, wie der Illustrator Björn Berg es sich vorgestellt hat.

Michel aus Lönneberga

Und noch einmal Linas Küchensofa, hier auf einem neueren Foto der Küche, in der Astrid aufgewachsen ist.

Michel aus Lönneberga

Astrid in der Küche in Näs.

Michel aus Lönneberga

Den Ort Katthult hat Astrid Lindgren erfunden, aber Vimmerby und Mariannelund, die Michel in den Büchern besucht, gibt es wirklich.

Michel aus Lönneberga

Genau wie Michel aus Lönneberga wuchs Astrid in einer großen Familie mit Mägden und Knechten auf.

Ferien auf Saltkrokan

Nach mehr als 30 Sommern in Furusund in Stockholms nördlichen Schären, war Astrid Lindgren so weit, über das Leben dort zu schreiben. 1963 wurde Ferien auf Saltkrokan produziert, das erste Buch, das Astrid Lindgren speziell fürs Fernsehen schrieb. Die Schauspieler wurden über die Nachrichtensendung Aktuellt im Fernsehen gesucht, und weniger als ein Jahr später konnte die erste Serie ausgestrahlt werden.

Ferien auf Saltkrokan

Bei den Probeaufnahmen war anfangs noch Kristina Jämtmark für die Rolle der Tjorven geplant, aber als das Filmteam Maria Johansson kennen lernte, entschieden sie sich für sie. Da aber alle Kristina Jämtmark in Herz geschlossen hatten, schrieb Astrid ihr die Rolle von Stina auf den Leib. Auf den Fotos sehen wir Maria und Kristina zusammen mit Stephen Lindholm, der Pelle spielt, zu Besuch bei Astrid in ihrem Ferienhaus in Furusund.

Ferien auf Saltkrokan

Bei den Probeaufnahmen war anfangs noch Kristina Jämtmark für die Rolle der Tjorven geplant, aber als das Filmteam Maria Johansson kennen lernte, entschieden sie sich für sie. Da aber alle Kristina Jämtmark in Herz geschlossen hatten, schrieb Astrid ihr die Rolle von Stina auf den Leib. Auf den Fotos sehen wir Maria und Kristina zusammen mit Stephen Lindholm, der Pelle spielt, zu Besuch bei Astrid in ihrem Ferienhaus in Furusund.

Ferien auf Saltkrokan

Astrid verbringt viel Zeit bei den Aufnahmen für die Filme von Saltkrokan.

Ferien auf Saltkrokan

Saltkrokan war Astrids und Olle Hellboms (rechts auf dem Foto) viertes gemeinsames Projekt. Ihre langjährige Zusammenarbeit erstreckte sich über zwei Jahrzehnte, in denen siebzehn Filme und Fernseh-Serien entstanden.

Ferien auf Saltkrokan

Hier sehen wir Astrid mit einigen der Schauspieler bei der Premiere von Die Seeräuber.

Die Pippi Langstrumpf-Filme

Olle Hellbom führte Regie, als Pippi Langstrumpf 1968 fürs Fernsehen verfilmt wurde. Der Titelsong Hier kommt Pippi Langstrumpf wurde von Jan Johansson vertont, unter anderem inspiriert von Ghanas Polizeiorchester. Achttausend Mädchen bewarben sich für die Rolle der Pippi, am Ende bekam Inger Nilsson den Zuschlag. Astrid war am Drehort, so oft sie konnte, und wenn nicht, hatte sie ”Bereitschaftsdienst” am Telefon, für den Fall, dass ein neuer Satz erfunden oder eine ganze Szene neu- oder umgeschrieben werden musste.

Die Pippi Langstrumpf-Filme

Olle Hellbom wusste augenblicklich, dass er seine Pippi Langstrumpf gefunden hatte, als Inger Nilsson am Ende der Probeaufnahmen den Raum betrat. ”Alle anderen verkleideten sich nur als Pippi, aber bei Inger war mehr, sie hatte etwas von Pippi in sich.”

Die Pippi Langstrumpf-Filme

Viele Szenen im Film wurden in Visby auf Gotland gedreht. In den Büchern trägt Pippi ein blaues Kleid, was im Film nicht so gut funktionierte, weil viele Effekte vor blauem Hintergrund aufgenommen wurden – und da wäre von Pippis blauem Kleid nichts mehr zu sehen gewesen.

Die Pippi Langstrumpf-Filme

Viele Szenen im Film wurden in Visby auf Gotland gedreht. In den Büchern trägt Pippi ein blaues Kleid, was im Film nicht so gut funktionierte, weil viele Effekte vor blauem Hintergrund aufgenommen wurden – und da wäre von Pippis blauem Kleid nichts mehr zu sehen gewesen.

Die Pippi Langstrumpf-Filme

Viele Szenen im Film wurden in Visby auf Gotland gedreht. In den Büchern trägt Pippi ein blaues Kleid, was im Film nicht so gut funktionierte, weil viele Effekte vor blauem Hintergrund aufgenommen wurden – und da wäre von Pippis blauem Kleid nichts mehr zu sehen gewesen.

Die Michel-Filme

1970 stand fest, dass die Bücher über Michel verfilmt werden sollten. Bei der Premiere des ersten Films waren die Kritiker doch zurückhaltend, obgleich die Kino- und Fernsehzuschauer die Filme liebten. Das war der erste Astrid Lindgren-Film, in dem Allan Edwall mitspielte. Danach ist er bei fast allen Filmen des Erfolgsduos Lindgren-Hellbom dabei. Als Drehort wurde ein kleiner Hof in Gibberyd gewählt, nicht weit von Vimmerby entfernt, heute mit hunderttausend Touristen pro Sommersaison einer der meistbesuchten Bauernhöfe Schwedens.

Die Michel-Filme

Als Ida an der Fahnenstange gehisst werden soll, weigerte sie sich standhaft. Erst als die Filmcrew sie mit einem Ball ablenkt, lässt sie sich hoch ziehen – ein kleines Stück. Und noch eins, Ball werfen, Hochziehen, Ball werfen, Hochziehen, bis sie drei Meter über dem Boden schwebte, was für die Filmaufnahmen reichte.

Die Michel-Filme

Mehrere Tausend Jungen bewarben sich für die Rolle des Michel aus Lönneberga. Das hier ist das Foto von Janne Ohlsson aus der Bewerbungskartei des Filmteams für die Rollenauswahl.

Die Michel-Filme

Astrid Lindgren mit einigen Mitgliedern der Filmcrew bei der Premiere. Die Uraufführungen der Filme von Michel fanden immer im Kinosaal des Grand-Kinos in Vimmerby statt.

Die Michel-Filme

Im Film Michel in der Suppenschüssel sehen wir Astrid Lindgren in der einzigen Statistenrolle ihres Lebens auf dem Markt in Vimmerby durchs Bild laufen.

Die Brüder Löwenherz

Die Verfilmung der Brüder Löwenherz war Astrid Lindgrens und Olle Hellboms letztes großes, gemeinsames Projekt. Dieser Film ist auch der einzige in ihrer gesamten Produktion, der eine Altersbeschränkung fürs Kino bekam – ab 11 Jahre. Die Öffentlichkeit und der Kulturbetrieb protestierten heftig dagegen, und der damalige Bildungsminister Jan-Erik Wikström mischte sich in die Debatte ein. Durch seinen Einsatz wurde schließlich eine 7-Jahres-Grenze für den Film erlassen: das Lex Löwenherz.

Die Brüder Löwenherz

Ein Foto von der Filmpremiere in Berlin 1977.

Die Brüder Löwenherz

Jonatan wird im Film von Staffan Götestam gespielt, der später mehrere Inszenierungen von Astrid Lindgrens Werk auf die Bühne brachte. Krümel wird von Lars Söderdahl gespielt, der auch den Lillebror in der Verfilmung von Karlsson auf dem Dach spielt. Hier sehen wir sie bei der Filmpremiere in Moskau.

Die Meinungsbildnerin

Astrid Lindgren bezog immer wieder politisch Stellung, wenn es um die Rechte von Kindern, Tieren und Flüchtlingen ging, aber ihren Durchbruch in der politischen Debatte hatte sie 1976 mit ihrem Steuermärchen Pomperipossa in Monismanien. Zwei Jahre später erhielt sie als erste Kinderbuchautorin den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, und ihre Dankesrede anlässlich der Preisverleihung war der Startschuss für eine internationale Debatte gegen Gewalt in der Kindererziehung. Und nach einer Kampagne von Astrid Lindgren und der Tierärztin Kristina Forslund wurde 1988 noch ein Gesetz verabschiedet – das neue Tierschutzgesetz.

Die Meinungsbildnerin

Der Finanzminister Gunnar Sträng liest das Steuermärchen Pomperipossa in Monismanien. Selbst Sozialdemokratin, protestierte Astrid gegen die sozialdemokratische Regierung, die einen Spitzensteuersatz von über 100 Prozent für gut verdienende Selbstständige einführte. Sie persönlich hätte in diesem Jahr ihr gesamtes Jahreseinkommen + 200 Kronen ans Finanzamt zahlen müssen. Die daraus entstandene Debatte führte zu einer Gesetzesänderung.

Die Meinungsbildnerin

Astrid distanzierte sich von jeder Form von Gewalt. Hier sehen wir sie in Verbindung mit einem Artikel mit der Überschrift Hör auf zu skinheadsen abgelichtet.

Die Meinungsbildnerin

Astrid Lindgren bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Etliche Zuhörer fühlten sich von ihrer Dankesrede provoziert, weil sie Parallelen zwischen Kriegen und Gewalt in der Kindererziehung zog. Als Konsequenz der folgenden Debatte hat Schweden als erstes Land auf der Welt ein Gesetz verabschiedet, das Gewalt gegen Kinder verbietet.

Ronja Räubertochter

1981 erscheint in Schweden das Buch Ronja Räubertochter. Astrid ist inzwischen 74 Jahre alt und es ist die letzte lange Geschichte aus ihrer Feder. Die Verfilmung des Buches wird wie gewohnt mit Olle Hellbom begonnen. Aber mitten in den Vorbereitungen stirbt Olle Hellbom gerade einmal 56-jährig an Krebs. Nach ihm übernimmt Tage Danielsson die Regie - das Ergebnis ist einzigartig.

Ronja Räubertochter

Die meisten Szenen in Ronja Räubertochter wurden in Dalsland gedreht. Aber die berühmte Schlussszene mit dem Buschwindröschenteppich wurde auf der Insel Väderö in Halland aufgenommen.

Ronja Räubertochter

Hanna Zetterberg, die die Ronja spielt, hatte schon öfter Theater gespielt, aber Jan Håfström, der Birk spielt, hatte keinerlei Schauspielerfahrung.

Ronja Räubertochter

Astrid ist nicht so oft bei den Dreharbeiten dabei, wie bei früheren Filmen. Aber nach wie vor ist sie Tag und Nacht telefonisch erreichbar, um bei Drehbuch- und Gestaltungsfragen auszuhelfen. Und wie gewöhnlich, wenn eins von Astrid Lindgrens Büchern verfilmt wird, ist Allan Edwall dabei. Hier in der Rolle als Glatzen-Per.

Die Tierfreundin

Astrids Engagement für Tiere und die Natur kam vielfältig zum Ausdruck, sie versuchte auf unterschiedlichste Weise zu einem sorgsameren und weitblickenderen Umgang mit den Ressourcen der Erde aufzurufen. Sie war Mitglied des schwedischen WWF, unterstützte Greenpeace, engagierte sich im Landschaftschutz und führte mit der Tierärztin Kristina Forslund eine Kampagne gegen Massentierhaltung durch. Ihr Engagement brachte ihr viele Auszeichnungen ein, unter andrem die Albert Schweitzer-Medaille und Tierfreund des Jahres.

Die Tierfreundin

Der damalige Ministerpräsident Ingvar Carlsson verabschiedete nach einer von Astrid Lindgren initiierten Debatte ein neues Tierschutzgesetz. Später bezeichnete Astrid dieses neue Gesetz allerdings als ”gemein”, weil es nur halbherzig war.

Die Tierfreundin

1986 erhält Astrid Lindgren vom Schwedischen Tierschutzverband die Auszeichnung Tierfreund des Jahres.

Die Tierfreundin

Ihr ganzes Leben lang hat Astrid sich für die Rechte von Kindern und Tieren eingesetzt. Hier ist sie mit einem frei lebenden Kalb zu sehen, wie sie es sich für alle Tiere wünschte – ein scharfer Kontrast zu dem oberen Bild von 1990, das die Kühe in der Massentierhaltung auf dem Regierungssitz des Ministerpräsidenten in Harpsund zeigt. Die Bilder illustrieren einen von vielen Artikeln, die Astrid mit der Dozentin und Veterinärin Kristina Forslund erarbeitete. Was mit einem Leitartikel begann, endete als komplettes Buch und einem neuen Tierschutzgesetz.

Die letzten Jahre

1998, im Alter von 91 Jahren, hat Astrid Lindgren einen Schlaganfall und bewegt sich nicht mehr mit Mühelosigkeit. Sie nimmt nicht länger an öffentlichen Veranstaltungen teil, macht aber weiterhin ihre Spaziergänge durch den Vasapark und verbringt ihre Sommer in Furusund. Nach und nach verliert sie ihr Augenlicht und das Gehör, aber niemals ihren Humor. Zu ihrem 94. Geburtstag wünscht sie sich ”Frieden auf Erden und hübsche Kleider”. Auf dem Bild sehen wir sie 1997 mit Kronprinzessin Victoria in Junibacken anlässlich der Verleihung der Auszeichnung ”Schwede des Jahres in der Welt”.

Die letzten Jahre

In den letzten Jahren trat Astrid immer seltener in der Öffentlichkeit auf. Man kann sagen, dass sie sich nach ihrem 90. Geburtstag ganz zurückzog.

Die letzten Jahre

Selbst im hohen Alter zeigte Astrid sich immer herzlich und humorvoll in der Öffentlichkeit.

Die letzten Jahre

Die drei Schwestern aus Näs hatten bis zuletzt fast täglich Kontakt miteinander.

Die letzten Jahre

Auch wenn Astrid in ihren letzten Lebensjahren nicht mehr auf Bäume kletterte, war sie doch bis ins hohe Alter eine begeisterte Baumkletterin. Und ihre Verspieltheit bewahrte sie sich ihr ganzes Leben.

Die letzte Ruhestätte

Nach dem Weihnachtsfest 2001 mit ihrer Familie bekommt Astrid eine Grippe, von der sie sich nicht mehr erholen wird. Am 28. Januar 2002 stirbt sie in aller Stille in ihrer Wohnung. Die Trauerfeier findet am 8. März statt, dem internationalen Frauentag, und Zehntausende von Menschen säumen die Straßen der Stockholmer Innenstadt, als ihr Sarg von der Adolf Fredriks Kirche (wo sich die Familie und die engsten Freunde von ihr verabschieden) zur Storkyrkan in Gamla stan gebracht wird, wo der offizielle Trauergottesdienst stattfindet. Die Königsfamilie ist anwesend und Ministerpräsident Göran Persson hält eine Ansprache.

Die letzte Ruhestätte

Beigesetzt wird Astrid Lindgren in Vimmerby, im Grab ihrer Eltern Samuel August und Hanna.