Lerne die Figuren besser kennen

Hier erfährst du mehr über die Hintergründe zu den Charakteren und Figuren in Astrid Lindgrens Büchern und Filmen. Zum Beispiel, dass Karlsson vom Dach eigentlich Herr Lilienstängel hieß oder woher Astrids Idee für das Licht in Nangijala stammte.

”Es ist, wie mit einem Kescher Hechte aus einem Fischteich zu holen”, beschrieb Astrid Lindgren, wie sie sich der Ereignisse und Menschen – und nicht zuletzt ihrer intensiven Beziehung zur Natur – aus ihrer Kindheit bediente, wenn sie ihre Bücher schrieb. “Das tun wahrscheinlich die meisten Schriftsteller, wenn sie schreiben; dann fügen sie etwas hinzu und schaffen etwas Neues, wie es ihnen am besten passt”.

Was Astrid angeht, sind viele dieser Erinnerungen und Hintergründe, wie die Charaktere in den Büchern entstanden sind, dokumentiert. Oft war zuerst der Name da, ein Name wie Pippi Langstrumpf oder Michel aus Lönneberga. Aber die Menschen und das, was Astrid umgibt, sind genauso wichtig, sie hat selbst gesagt, dass sie über ihre eigene Kindheit erzählt hat.

Auf Näs gab es unter den Knechten und Mägden, Waschfrauen und Kuhknechten reichlich erwachsene Vorbilder für die Kinder. Sie gehörten, obgleich sie Bedienstete waren, zur Familie und machten für die Kinder von Näs einen entscheidenden Teil des Alltags aus. Lina und Alfred in Katthult, Agda in Bullerbü und Alva bei Madita haben durchweg Züge von Mägden und Knechten auf Näs. Astrid hat erzählt, wie sie als Kinder den Mägden Streiche gespielt haben, heimlich deren Liebesbriefe gelesen und die seltenen Stelldicheins gestört haben.

Ida aus Liljerum und Marie aus Vendladal waren Aushilfen, die Astrid und ihre Geschwister gerne besuchten. Mit ein bisschen Glück gab es Bratäpfel und traurige Lieder – das traurigste von allen war Jesu Eisenbahn zum Himmel, das später Linus-Ida Madita vorsingt und sie damit zum Weinen bringt – oder Gruselgeschichten von Gespenstern und Geistern, wie Krösa-Maja sie viel später Michel und Ida in den Michel-Büchern erzählt.

Zum Leben auf dem Land Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten auch Landstreicher. Tausende Obdachlose wanderten über Schwedens Landstraßen und hielten sich mit Holzhacken und Bettelei über Wasser. In Rasmus und der Landstreicher schließt Rasmus sich Paradies-Oskar an. Vielleicht gab es die Zeichen, die Paradies-Oskar einritzte, um denen, die nach ihm kamen, mitzuteilen, ob es sich lohnte, an dem Hof anzuklopfen, auch auf Näs, wo die Landstreicher immer mit einem Schlafplatz und etwas zu Essen rechnen konnten.

Rechts sitzt Astrids Großvater, Vorbild für u.a. den allerbesten Großvater in Wir Kinder aus Bullerbü, aus Astrids SammlungDer allerbeste Großvater aus Wir Kinder aus Bullerbü © Ingrid Vang Nyman/Saltkråkan ABDer allerbeste Großvater in Lasse Hallströms Verfilmung © AB Svensk Filmindustri, Denise Grünstein